In meinen drei Jahren als Crewmitglied auf See habe ich jeden Sommer mehrere Monate in Skandinavien und der Polarregion verbracht. Unsere Schiffe sind in den warmen Monaten nicht nur im Mittelmeer unterwegs, sondern auch in den nördlichsten Ecken Europas – dort, wo die Landschaft rau, die Luft klar und die Stille tief ist.
Ich durfte alle skandinavischen Länder bereisen – von Norwegen bis Finnland – und hatte das große Glück, auch Island, Grönland und Spitzbergen kennenzulernen.
Diese Regionen haben eine ganz besondere Faszination in mir geweckt. Ich habe sie bei Sonnenschein und sattem Grün erlebt, aber auch im Schnee, bei Sturm und bei 12 Meter hohem Wellengang. Und doch – nichts konnte mich davon abhalten, immer wieder zurückzukehren.
Denn diese Länder berühren etwas in mir, das ich schwer in Worte fassen kann: eine Ruhe, eine Tiefe, eine wilde Schönheit, die mich jedes Mal aufs Neue verzaubert.

Island – eine Insel voller Kontraste
Island ist eine Insel, die überrascht.
Sie ist wild und sanft, rau und zärtlich, laut und still zugleich.
Im Sommer 2024 hatte ich die einmalige Gelegenheit, einige ihrer besonderen Orte kennenzulernen – und mich Hals über Kopf zu verlieben.
Reykjavík – Hauptstadt mit Charakter
Die Reise begann in Reykjavík, wo die imposante Hallgrímskirkja wie aus Vulkangestein gemeißelt in den Himmel ragt.
Die Stadt selbst bietet neben beeindruckender Architektur auch spannende Museen, die tief in die Geschichte und Natur der Insel eintauchen lassen.
Im Perlan Museum wanderte ich durch eine künstliche Eishöhle, in der mir die Ohren vor Kälte rot wurden. Ich erlebte die rohe Kraft der Vulkane und roch zum ersten Mal den strengen Duft von Lava und Asche – ein Erlebnis, das sich tief eingebrannt hat.
Im Whales of Iceland Museum stand ich Auge in Auge mit einem lebensgroßen Blauwal.
23 gigantische Meeressäuger, detailgetreu nachgebildet – und ich mittendrin, kleiner als je zuvor.
Für jemanden wie mich, der eine tiefe Liebe zu diesen sanften Riesen verspürt, war dieser Besuch ein absolutes Highlight.
Unweit des Museums wartet ein weiteres Erlebnis: FlyOver Iceland.
Ein 4D-Flug über die Insel, bei dem Wind durchs Haar weht, Nebel die Haut berührt und Düfte die Sinne verzaubern.
In wenigen Minuten sieht man die ganze Vielfalt Islands – und spürt sie mit jeder Faser.

Naturwunder, die den Atem rauben
Island ist ein Land, das dich mit seiner Natur in den Bann zieht.
Die Geysire, die wie aus dem Nichts Wasserfontänen in den Himmel schleudern.
Die Wasserfälle, die in endloser Bewegung in die Tiefe stürzen.
Die Risse in der Erdoberfläche, wo die eurasische und amerikanische Platte auseinanderdriften – ein Ort, an dem man besser gut auf sein Handy achtet. Denn was dort hineinfällt, ist vermutlich für immer verloren.
Mit riesigen Offroad-Fahrzeugen ging es für uns auf die Gletscher.
Ich hinterließ meine Fußabdrücke im Schnee – im Juli – und tanzte inmitten einer Landschaft, die so unwirklich schön war, dass sie fast wie ein Traum wirkte.
Wale, Wildblumen und Islandpferde
Von Akureyri aus machten wir uns auf die Suche nach Buckelwalen, die im Sommer in die Gewässer rund um Island zurückkehren.
Mit etwas Glück sahen wir sie – kurz, aber intensiv.
Ein Moment, der still macht.
Und dann war da noch diese Szene:
Ein endloses Grasland, durchzogen von duftenden Wildblumen.
Islandpferde galoppieren frei, während im Hintergrund schneebedeckte Berge die Kulisse vollenden. Ein Bild, das bleibt.

Mein Fazit: Island ist mehr als eine Reise wert
Island ist ein Land, das man nicht in einem Beitrag zusammenfassen kann.
Es ist eine Insel voller Gegensätze – aus Feuer und Eis, aus Stille und Kraft.
Ob im Sommer mit Mitternachtssonne oder im Winter unter dem Tanz der Nordlichter – Island berührt.
Und es lohnt sich, mehr als einmal zurückzukehren.






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