Willkommen in einer Welt, die gleichzeitig grenzenlos und unglaublich eng ist.
Hier erzähle ich dir, wie es sich wirklich anfühlt, Teil einer Crew zu sein – zwischen Sonnenaufgängen mitten auf dem Ozean und Nächten, in denen du dich fragst, wo eigentlich dein Zuhause ist.
Drei Jahre auf See – und kein Tag wie der andere
Seit drei Jahren lebe ich diesen Traum – oder besser gesagt: dieses Abenteuer.
Ich bin durch die Karibik gesegelt, habe in Asien gegessen, den Indischen Ozean geatmet, die Kanaren gespürt und die rauen Küsten Skandinaviens bestaunt.
Es klingt nach Postkartenidylle – und manchmal ist es das auch. Aber es ist eben auch ein Leben, das dich fordert. Jeden Tag. Jede Stunde.
Arbeiten an Bord heißt: keine Wochenenden, keine Feiertage, keine freien Tage.
Zehn bis vierzehn Stunden täglich, sieben Tage die Woche – über Monate hinweg.
Du funktionierst. Du gibst alles. Und manchmal weißt du nicht, woher du die Kraft nimmst..
Zwischen Kabinenkoller und Crewmagie
Privatsphäre? Ein Luxus, den du schnell verlernst.
Wenn du keine Offiziersstreifen trägst, teilst du dir deine Kabine – oft mit einer anderen Person.
Dein Bett? Ein Etagenbett. Und wenn du Pech hast, das obere.
Das Badezimmer? So klein, dass du gleichzeitig duschen, Zähne putzen und auf die Toilette gehen kannst. Kein Witz.
Du verpasst Geburtstage, Hochzeiten, manchmal sogar Abschiede.
Das Leben zu Hause geht weiter – ohne dich.
Und du? Du lernst, loszulassen.
Freundschaften verändern sich. Beziehungen zerbrechen.
Du wirst stärker – oder du gehst unter.
Und trotzdem: Es ist magisch
Denn da sind auch diese Momente.
Die echten. Die, die bleiben.
Du sitzt nachts in der Crewbar, jemand spielt Gitarre, und plötzlich fühlt sich alles richtig an.
Du tanzt, lachst, weinst – manchmal alles gleichzeitig.
Du triffst Menschen, die dich verstehen, ohne dass du viel sagen musst.
Du siehst Orte, von denen du nie gedacht hättest, dass du sie je betreten würdest.
Du lebst intensiver. Du fühlst tiefer. Du wächst über dich hinaus.

Würde ich es wieder tun? Ohne zu zögern.
Ich habe die Liebe meines Lebens gefunden.
Ich habe Freundschaften geschlossen, die ein Leben lang halten.
Ich habe mich selbst verloren – und wiedergefunden.
Ich habe gelacht, bis mir der Bauch weh tat, und geweint, bis ich leer war.
Und ich habe gelernt, dass Heimat manchmal ein Mensch ist – und manchmal ein Sonnenuntergang mitten auf dem Meer.
Ob ich eines Tages sesshaft werde? Vielleicht.
Aber ich weiß: Wo auch immer mein zukünftiger Mann und ich landen – wir werden unseren Platz finden. Denn wer einmal gelernt hat, mit dem Herzen zu navigieren, findet immer den richtigen Kurs.
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Ahoi – und möge immer eine Handbreit Wasser unter deinem Kiel sein.


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