Grönland ist eines der Länder, welches ich nicht gedacht habe jemals die Möglichkeit zu haben dieses zu entdecken. Die Preise sind hoch, das Land karg und steinig, aber nicht weniger faszinierend. Ewige weiten, kaum Bäume im Blick. Ein Steinmeer mit Wasserfällen, kleinen Flüssen und Bächen sowie Gletschern und Eisbergen umsäumt von atemberaubender Natur und Wildnis.

Durch die Prinz-Christian-Sund Passage zu fahren war einerseits sehr windig, andererseits eines der spektakulärsten Passagen, welche ich bislang habe erleben dürfen. Kleine Eisberge gleiten ruhend an uns vorbei, der Wind pfeift um die Ohren, die Gletscher thronende Sagen vergangener Tage. Orkas gleiten durch die sanften Wellen und Vögel nutzen den Auftrieb und schauen neugierig auf das offene Deck hinab. 

Dahinter eröffnen sich kleine Dörfer, ehe das kalte Meer wieder seine Pracht zeigt. Weitere Eisberge, Wale, Möwen gleiten über die sanften Wellen hinweg. 

Angekommen im ersten Hafen, ging es dann auf eine herrliche Wanderung. Endlose Weiten, steinige Steppen und in nicht allzu weiter Ferne das ruhige Wasser mit dunklen Eisspitzen und kleineren Schollen. Unterschätzen sollte man diese Wanderungen allerdings nicht. Teilweise lief der Pfad den Wasserfall hinauf, wo man gerne auch einmal seine Hände zum Klettern den steinigen Pfad benutzen musste.

Zurückblickend war ich froh, dass die 80-jährige ältere Dame kurzfristig noch entschieden hat, doch an Bord zu bleiben.

Mit wundervollen Aussichtspunkten, unterschiedlichen Gräsern und Blumen, ging es ab und auf, ehe es nach einigen Stunden dann einen steinigen Kletterpfad wieder hinunter und zurück zum Bus ging.

Was uns allerdings die gesamte Zeit begleitete – war die unendliche Stille dieser atemberaubenden größten Insel der Welt.

Weiter ging es dann in Richtung Diskobucht. Ilimanaq ist einer der Tenderhäfen direkt neben der Geburtsstätte der meisten Eisberge. Von hier aus starteten viele Bootstouren durch die meterhohen Eisriesen – egal ob in einem großen Ausflugsboot oder aber auch mit Einheimischen Fischerbooten. Denn an einem kleinen Tisch, angekommen in der Gemeinde, konnte jeder für 50€ (stand 2024) für eine Stunde eine Tour durch die Landschaft erwerben. In einem eher provisorischen Fischerboot mit Platz für bis zu 6 Personen, sitzt man auf einer Spanplatte bedeckt mit Malerteppich und wird nah an die Eisberge herangefahren. So nah, dass wir sogar an einer der Eisschollen festmachen und diese betreten konnten.

Mit vorsichtigen Schritten liefen wir über das ewige Eis. Neugierig machten wir Fotos und ließen uns von den Informationen des Inuks – wenn auch auf Englisch und eher spärlich – während wir die Eismassen bestaunten. 

Da die Gewässer der Bucht sehr Garnelenreich sind, findet man hier auch einige größere Lebewesen. Vor allem Buckelwale gleiten sanft durch das stille Wasser, nur unterbrochen durch das Pfeifen der Atemlöcher.

Auch wenn die Kälte des Fahrtwindes einem eher unangenehm ins Gesicht geweht hat, würde ich nichts von dieser Erfahrung missen wollen. Die Stille der Gegend, die karge Landschaft und die beeindruckenden Eisberge werden mir noch lange in Erinnerung bleiben. 

Natürlich durfte ein Besuch in einem Supermarkt vor Ort nicht fehlen – und die Preise waren wie erwartet höher als bei uns in Deutschland. Einige interessante Waren sind zu finden, von Fleisch bis Süßigkeiten und Chips – wo ich nur ein paar kleine Snacks gekauft habe zum Probieren. Der Laden war auch eher ähnlich einem kleinen Tante-Emma-Laden direkt am Tenderhafen gelegen. 

Mein Fazit zu Grönland – obwohl ich leider nicht so viel sehen konnte in der kurzen Zeit, war es ein einmaliges Erlebnis und eine wunderschöne und spannende Zeit. Jederzeit würde ich mich wieder dafür entscheiden vielleicht auch außerhalb der Arbeit diese faszinierende Insel zu entdecken.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert